
Lucas Ignacio Land: Eine Gitarre fürs Leben
Lucas Ignacio Land
Gitarrist
Mein Name ist Lucas Land und ich bin ein schweizerisch-argentinischer Musiker. Ich schreibe Ihnen heute, weil mich die Kunst – genauer gesagt, die Musik – tief berührt; ich hatte wirklich grosses Glück.
In meiner Familie ist Musik die wichtigste Sprache. Sie verbindet uns und macht uns Freude. Schon als Baby hörte ich meine Mutter singen und dazu auf der alten Familiengitarre spielen. Mein Vater summte oft Melodien und erzählte mir von grossen Künstlern und der Herrlichkeit der argentinischen Rockmusik. Ich weiss noch, dass meine Mutter mir und meinem besten Freund jeden Mittwochnachmittag Gitarrenunterricht gab. Danach machte sie uns ein sicher etwas zu süsses Zvieri.
Von ihr habe ich also die ersten Noten gelernt. Später erschloss mir mein Opa die Welt der klassischen Musik. Von ihm habe ich auch eine meiner grössten Stärken: meine Neugier. Er weckte mein Interesse an ganz verschiedenen Dingen, von Klassik über Jazz und Physik bis hin zur Astronomie. Später schaffte ich es zum Glück ins Konservatorium. Dort wurde ich von Paolo Renzi, meinem Lehrer, angeleitet. Er unterstützte mich immer, egal, ob ich fleissig arbeitete oder gerade eine schwierigere Phase hatte. Ich finde, er war ein super Lehrer, denn er brachte mir eine gesunde Einstellung zum Üben bei: Viel spielen ist wichtig, aber vor allem sollte man immer geniessen, was man spielt.
Durch die Unterstützung all dieser Menschen konnte ich eine berufliche Laufbahn als Musiker einschlagen. Nach und nach zeichnete sich das immer mehr ab, und schliesslich habe ich ein Gitarrenstudium an der Hochschule der Künste Bern begonnen. Seit drei Jahren spiele ich nun im Takt der Schule. Es war kein einfacher Weg, aber er hat sich gelohnt, denn ich habe neue Freunde, eine Dozentin und aussergewöhnliche Musiker kennengelernt. Hier habe ich gelernt, hart zu arbeiten, Projekte zu entwickeln und sowohl künstlerische als auch professionelle Entscheidungen zu treffen.
Das Wichtigste auf diesem langen Weg war mein erstes eigenes Instrument, das ich mit zwölf in einem Laden in Genf gefunden hatte. Diese Gitarre war bis zum Sommer 2025 meine Begleiterin. Sie prägte meine musikalische Identität, doch mit der Zeit merkte ich, wie mein Potenzial an die Grenzen dieses Schülerinstruments stiess. Ich trennte mich ungern von ihr, aber es war nötig, um mich weiterzuentwickeln.
So ging ich letzten Sommer auf die Suche nach meiner «Begleiterin fürs Leben». Ich besuchte Gitarrenbauer in Frankreich, Deutschland und Italien und probierte Instrumente in Läden aus. Schliesslich fand ich sie: eine Konzertgitarre von Giovanni Tacchi, Sohn des berühmten Gitarrenbauers Andrea Tacchi. Schon bei den ersten Tönen spürte ich, dass dieses Instrument mein Spiel verändern würde. Jeden Tag entdecke ich nun neue Klangpaletten: feinere Nuancen, intensivere Klangfarben und mehr Dynamik. Zum ersten Mal bin ich Herr über meine musikalischen Intentionen und vertraue auf mein Instrument, wenn ich die Bühne betrete. Bei den Auditionen in diesem Semester haben meine Mitstudierenden sofort gemerkt, dass sich mein Spiel durch dieses aussergewöhnliche Instrument weiterentwickelt hat.
Es fühlt sich an, als wäre eine Last von meinen Schultern gefallen! Meine Gitarre hat mir eine neue künstlerische Dimension eröffnet. Sie treibt mich an, noch mehr zu üben, anders hinzuhören und noch genauer zu verstehen, was ich vermitteln will.
Mein Bachelorkonzert kann ich kaum erwarten. Die Gitarre gibt mir Zuversicht und inspiriert mich. Inzwischen ist sie viel mehr als ein Instrument für mich: Sie ist eine wahre Begleiterin fürs Leben.
Durch die grosszügige und zutiefst menschliche Unterstützung der Fritz-Gerber-Stiftung wurde dieser Traum Wirklichkeit. Ihre Unterstützung zugunsten des Kaufs meiner neuen Gitarre ermöglichte einen zentralen Schritt in meiner künstlerischen Entwicklung; so kann ich mich heute auf höchstem Niveau entfalten. Dafür bin ich Ihnen zutiefst dankbar.
Lucas Ignacio Land
Dezember 2025
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