Leistungsbericht 2010

Seit nun zwölf Jahren bezweckt unsere Stiftung auf ausschliesslich gemeinnütziger Basis die Förderung begabter junger Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz durch Leistung finanzieller Beiträge zur Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wir sind dort tätig, wo für die Erreichung des Stiftungszweckes keine oder nicht ausreichende öffentliche Gelder zur Verfügung stehen. Dabei konzentrieren wir uns auf Einzelfallhilfe und unterstützen junge Menschen direkt mit einem finanziellen Beitrag. Institutionen können dagegen nur in Ausnahmefällen von unserer Hilfe profitieren.

Unterstützungsberechtigt sind junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren. Berücksichtigt werden Gesuche in den Bereichen Schule (inkl. Fachhochschulen), Handwerk, Kultur und Sport. Nicht berücksichtigt werden Gesuche von Bewerbern der Universitäten und der ETH.

2010 hat der Stiftungsrat von 311 eingegangenen Gesuchen 119 (Vorjahr: 126) positiv entschieden und dafür CHF 1’312’961.- (2009: CHF 1’368’810.-) bewilligt. 192 Gesuche mussten abgelehnt werden; zu einem grossen Teil, weil die Kriterien nicht erfüllt wurden. Im Total haben wir 2010 – inkl. in den Vorjahren bewilligter Beiträge – CHF 1’343’061.- Unterstützung ausbezahlt (2009: CHF 1’300’210.-). Von den Unterstützungsgeldern entfielen rund 47 % auf den Bereich Kunst, 41 % auf den Bereich Sport und 12 % auf übrige Begabungen (inkl. Hochbegabungen).

Seit unserer Gründung im Jahr 1999 haben wir damit bereits über 1’200 begabte junge Menschen mit über 14 Mio. Franken unterstützt. Dies entspricht einem Betrag von durchschnittlich CHF 11’600.- pro Gesuch.

Im Berichtsjahr war die Zahl der Gesuche nochmals höher als im Vorjahr. Dies widerspiegelt die nach wie vor grosse Zurückhaltung der öffentlichen Hand bei der Begabtenförderung. Gerade im Stipendienwesen haben die Sparübungen der letzten Jahre deutliche Spuren hinterlassen. Viele Kantone haben ihre Anforderungen für Stipendien verschärft.

Immer häufiger sieht sich unsere Stiftung mit Situationen konfrontiert, bei denen es für die Gesuchstellerinnen und -steller darum geht, ob eine Ausbildung wegen der wegfallenden Stipendien abgebrochen werden muss oder dank unserer Unterstützung doch weitergeführt und erfolgreich beendet werden kann. Besonders stossend sind negative Entscheide von Stipendienbehörden, welche das letzte Ausbildungsjahr betreffen. Wir versuchen, wenn immer möglich solche Härtefälle zu vermeiden und durch einen raschen, unbürokratischen Entscheid den Abschluss der Ausbildung oder des Studiums zu ermöglichen. 2010 ist uns dies in verschiedenen Fällen gelungen.

Die Qualität der Gesuche, die an unsere Stiftung eingereicht werden, ist in der Regel gut bis sehr gut. Entscheidend dazu trägt bei, dass sich viele, die sich von uns Hilfe erhoffen, vorgängig auf unserer Internetseite www.fritz-gerber-stiftung.ch mit den Anforderungen vertraut machen, die wir stellen, und dann entsprechend vollständig dokumentierte Gesuche einreichen. Alle begabten jungen Menschen, die für eine Unterstützung in Frage kommen, werden zu einem Erstgespräch an den Sitz unserer Stiftung im Herzen der Zürcher Altstadt eingeladen. Häufig werden dabei die jungen Menschen von ihren Eltern begleitet. Dieses Gespräch bildet meist die Grundlage für eine persönliche Beziehung zwischen den Unterstützten und unserer Stiftung, die es erlaubt, eine individuelle Beratung und Begleitung durchzuführen.

Dass unsere Stiftung auf diesem Gebiet eine aktive Rolle übernehmen kann, verdankt sie erneut der ausserordentlich erfreulichen Vermögensentwicklung. Trotz anhaltender Turbulenzen auf den Finanzmärkten konnte unsere Stiftung 2010 wiederum ein sehr gutes Anlageergebnis verzeichnen. So nahm das Organisationskapital – trotz hoher Ausschüttungen im Berichtsjahr – um mehr als vier Millionen auf rund 36.9 Mio. Franken zu. Möglich wurde dies durch eine umsichtige, sehr erfolgreiche Anlagepolitik der von unserer Stiftung beauftragten InCentive Asset Management unseres Stiftungsratsmitglieds René Braginsky. Der ausgewiesene Jahresgewinn von rund CHF 3.5 Mio. wird es unserer Stiftung ermöglichen, ihre Tätigkeit auch in den kommenden Jahren in vollem Umfang weiterzuführen. Ein Vergleich mit der Finanzentwicklung anderer Stiftungen verdeutlicht, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Der Stiftungsrat ist im Berichtsjahr wiederum zu drei Sitzungen zusammengekommen. Im Zentrum dieser Sitzungen stand – auf der Grundlage der ausführlichen Abklärungen durch die Geschäftsstelle – die Behandlung der einzelnen Gesuche. Zudem hat der Stiftungsrat die statutarischen Geschäfte (Jahresrechnung, Jahresbericht, Bericht der Revisionsstelle, Wahlen) behandelt. Regelmässig beurteilt der Stiftungsrat an seinen Sitzungen zudem den Erfolg unserer Unterstützung. Als Grundlage dazu dienen die halbjährlichen schriftlichen Berichte, die alle Unterstützten der Geschäftsstelle zukommen lassen und die dort ausgewertet werden. Dabei beurteilt der Stiftungsrat sowohl die Effektivität als Mass der Wirksamkeit unserer Arbeit als auch die Effizienz, also die Wirtschaftlichkeit des Mitteleinsatzes unserer Stiftung. Auf dieser Grundlage und anhand konkreter Einzelfälle legt der Stiftungsrat für die Behandlung einzelner Gesuchskategorien die Politik unserer Stiftung fest. Schliesslich beschäftigt sich der Stiftungsrat auch intensiv mit allen finanziellen Fragen (inkl. Anlagerichtlinien, die regelmässig geprüft und allenfalls angepasst werden) und überprüft die Tätigkeit der Geschäftsstelle.

Die Mitglieder des Stiftungsrates werden durch den Stifter, Dr. Fritz Gerber, jeweils auf zwei Jahre gewählt. Alle bisherigen Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte haben sich für eine weitere Periode zur Verfügung gestellt. Diese endet am 31. Dezember 2012.

Die Geschäftsstelle wird seit der Gründung der Stiftung von Lauffer & Frischknecht, Unternehmensberatung für Kommunikation, im Mandatsverhältnis geführt, wobei Urs Lauffer seit dem 1. Januar 2005 als geschäftsführender Präsident des Stiftungsrates wirkt. Die Geschäftsstelle wird von Stéphanie Ramel geleitet. Lic. oec. Fritz Frischknecht unterstützt sie bei der Beurteilung der Gesuche und führt die Buchhaltung. Neben der Abklärung von Anträgen berät die Geschäftsstelle neu interessierte sowie auch bereits unterstützte Gesuchsteller, um nach Bedarf weitere geeignete Stiftungsadressen bzw. Unterstützungsmöglichkeiten zu finden. Die Entschädigung, welche die Geschäftsstelle von der Stiftung auf der Basis eines Stiftungsratsbeschlusses erhält, deckt die Aufwendungen der Geschäftsstelle zu rund 85 % ab. Der Rest der Kosten wird von Lauffer & Frischknecht übernommen.

Seit 2005 wenden wir für die Jahresrechnung unserer Stiftung die Kriterien von Swiss GAAP FER 21 an. Diese Rechnungslegung wurde speziell für gemeinnützige Organisationen geschaffen, um eine hohe Transparenz zu gewährleisten.

Unsere Stiftung wird ihre Ausschüttung im bisherigen Rahmen – also zwischen 1.2 und 1.5 Mio. Franken pro Jahr – fortsetzen, selbst wenn dies über die Jahre zu einer Reduktion des Stiftungsvermögens führen würde.

Im Zentrum unserer Tätigkeit bleibt darum auch 2011 die Unterstützung begabter junger Menschen. Allen, die uns bei dieser Tätigkeit helfen, danke ich herzlich.

Urs Lauffer
Präsident des Stiftungsrates

Überblick über das Geschäftsjahr 2010
Max Heinzer - Randsportart Fechten
Auszüge aus Dankschreiben

Überblick über das Geschäftsjahr 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999

zurück zum Seitenanfang | Druckansicht