Leistungsbericht 2006
Unsere Stiftung bezweckt – seit Mitte 1999 – auf ausschliesslich gemeinnütziger Basis die Förderung begabter junger Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz durch Leistung finanzieller Beiträge zur Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wir sind dort tätig, wo für die Erreichung des Stiftungszweckes keine oder nicht ausreichende öffentliche Gelder zur Verfügung stehen. Dabei konzentrieren wir uns auf Einzelfallhilfe und unterstützen junge Menschen direkt mit einem finanziellen Beitrag. Institutionen können dagegen nur in Ausnahmefällen von unserer Unterstützung profitieren.
Unterstützungsberechtigt sind junge Menschen zwischen 10 und 25 Jahren. Berücksichtigt werden Gesuche in den Bereichen Schule (inkl. Fachhochschulen), Handwerk, Kultur und Sport. Nicht berücksichtigt werden Gesuche von Bewerbern der Universitäten und der ETH.
2006 hat der Stiftungsrat von insgesamt 271 eingegangenen Gesuchen 109 (Vorjahr: 96) positiv entschieden und dafür CHF 1’381’000.- (2005: CHF 1’173’000.-) bewilligt. 162 Gesuche mussten abgelehnt werden, vor allem weil die Kriterien nicht erfüllt wurden. Im Total haben wir 2006 – inkl. in den Vorjahren bewilligter Beiträge – CHF 1’270’700.- an Unterstützung ausbezahlt (2005: CHF 1’120’500.-).
Seit unserer Gründung im Jahr 1999 haben wir damit bereits rund 750 begabte junge Menschen mit insgesamt CHF 8’800’000.- unterstützt. Dies entspricht einem Betrag von durchschnittlich CHF 11’800.- pro Gesuch.
Zwei Entwicklungen prägten das Berichtsjahr besonders: So hat die Zahl der Gesuche an unsere Stiftung weiter zugenommen. In dieser Tendenz spiegelt sich vor allem die Tatsache, dass sich die öffentliche Hand weiterhin schwer tut, begabte junge Menschen in unserem Land gezielt zu fördern. Nicht nur die anhaltend schlechte Finanzlage vieler Gemeinden und Kantone, sondern auch wenig flexible gesetzliche Regelungen sind die Ursache dieses ebenso unverständlichen wie folgenschweren Abseitsstehens des Staates in der Begabtenförderung. Dass sich dies – nicht zuletzt bei der internationalen Konkurrenzfähigkeit – für unser Bildungswesen negativ auswirkt, muss nicht weiter ausgeführt werden. Verschiedene private Institutionen, darunter auch unsere Stiftung, versuchen, mit privaten Mitteln in die Lücke zu springen, können aber nach wie vor nur zu einem kleineren Teil auffangen, was die öffentliche Hand in diesem so wichtigen Bereich versäumt.
Besonders bemerkenswert ist im Berichtsjahr die finanzielle Entwicklung unserer Stiftung ausgefallen. Trotz des Rekords bei der geleisteten Unterstützung verzeichnen wir für 2006 einen Gewinn von 6,636 Millionen Franken. Damit verfügt die Stiftung nun über ein Organisationskapital von rund 29,2 Millionen Franken. Diese starke Bilanz wird es uns ermöglichen, unsere Tätigkeit auch dann im heutigen finanziellen Rahmen weiterzuführen, wenn die Finanzerträge, die ja stark von der jeweiligen Verfassung der Märkte abhängen, für einige Zeit geringer ausfallen, als dies in den vergangenen drei Jahren der Fall war.
Zugenommen haben im Berichtsjahr erfreulicherweise die Gesuche aus der Westschweiz. Nach wie vor kommt aber der Grossteil aller Gesuche aus der deutschen Schweiz. Im Übrigen verzichtete die Stiftung auch 2006 auf Unterstützungen, die sich nur aus sozialen Gründen aufgedrängt hätten. Bei der Beurteilung der Gesuche hat weiterhin die Abklärung der Begabung absolute Priorität, wobei die sozialen Umstände der Gesuchsteller selbstverständlich miteinbezogen werden. Wir unterstützen aber nach wie vor auch begabte junge Menschen, die aus guten finanziellen Verhältnissen stammen, mit Anerkennungsbeiträgen.
Der Stiftungsrat ist im Berichtsjahr – wie bereits 2005 – zu drei Sitzungen in Basel zusammengekommen. Im Zentrum dieser Sitzungen stand – auf der Grundlage der ausführlichen Abklärungen durch die Geschäftsstelle, welche den Mitgliedern des Stiftungsrates jeweils drei Wochen vor der Sitzung schriftlich unterbreitet werden – die Behandlung der einzelnen Gesuche. Zudem hat der Stiftungsrat die statutarischen Geschäfte (Jahresrechnung, Jahresbericht, Bericht der Revisionsstelle, Wahlen) behandelt. Regelmässig beurteilt der Stiftungsrat an seinen Sitzungen zudem den Erfolg unserer Unterstützung begabter junger Menschen. Als Grundlage dazu dienen die halbjährlichen schriftlichen Berichte, die alle Unterstützten der Geschäftsstelle zukommen lassen und die dort ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage und anhand konkreter Einzelfälle legt der Stiftungsrat für die Behandlung einzelner Gesuchskategorien die Politik unserer Stiftung fest. Schliesslich beschäftigt sich der Stiftungsrat auch intensiv mit allen finanziellen Fragen (inkl. Anlagerichtlinien, die regelmässig geprüft und allenfalls angepasst werden) und überprüft die Tätigkeit der Geschäftsstelle.
Die Mitglieder des Stiftungsrates werden durch den Stifter, Dr. Fritz Gerber, jeweils auf zwei Jahre gewählt. Die laufende Amtsdauer des Stiftungsrates endet am 31. Dezember 2008. Am 6. März 2006 ist unser ausserordentlich geschätztes Stiftungsratsmitglied Ulrico Hess in seinem 68. Altersjahr nach schwerer Krankheit gestorben. Wir werden KKdt Ulrico Hess, der dem Stiftungsrat als wertvolles, engagiertes Mitglied seit der Gründung unserer Stiftung angehörte, nicht vergessen. Neu im Stiftungsrat Einsitz genommen hat im Frühjahr 2006 Prof. Dr. Bruno Gehrig, Verwaltungsratspräsident von Swiss Life und VR-Vizepräsident von Roche. Die aktuelle Zusammensetzung des Stiftungsrates ist auf der letzten Seite aufgeführt.
Die Geschäftsstelle wird seit der Gründung der Stiftung von Lauffer & Frischknecht, Unternehmensberatung für Kommunikation (Zürich), im Mandatsverhältnis geführt, wobei Urs Lauffer seit 1. Januar 2005 als geschäftsführender Präsident des Stiftungsrates wirkt. Die Geschäftsstelle wird von Stéphanie Ramel geleitet. Lic. oec. Fritz Frischknecht zeichnet für Finanzen und Buchhaltung verantwortlich. Neben dem Bearbeiten von Gesuchen ist die Geschäftsstelle auch im Bereich der Beratung tätig. So berät sie u. a. telefonisch neu interessierte sowie auch bereits unterstützte Gesuchsteller, um nach Bedarf weitere geeignete Stiftungsadressen bzw. Unterstützungsmöglichkeiten zu finden. Die Entschädigung, welche die Geschäftsstelle von der Stiftung auf der Basis eines Stiftungsratsbeschlusses erhält, deckt die Aufwendungen der Geschäftsstelle zu rund sechzig Prozent ab. Der Rest der Kosten wird von Lauffer & Frischknecht übernommen.
Seit 2005 wenden wir für die Jahresrechnung unserer Stiftung die Kriterien von Swiss GAAP FER 21 an. Mit dieser speziell für gemeinnützige Organisationen geschaffenen Rechnungslegung wird die Transparenz weiter verbessert.
Unsere Stiftung will ihre Ausschüttung im bisherigen Rahmen – also zwischen einer und 1,5 Millionen Franken pro Jahr – weiterführen, selbst wenn dies über die Jahre zu einer Reduktion des Stiftungsvermögens führen würde.
Im Zentrum unserer Tätigkeit bleibt also auch 2007 die Unterstützung begabter junger Menschen. Allen, die uns bei dieser Tätigkeit helfen, danke ich herzlich.
Urs Lauffer
Präsident des Stiftungsrates
Überblick über das Geschäftsjahr
2006
In Begabung investieren!
Auszüge aus Dankschreiben
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