Ernsthaftigkeit

Nein, ich will nicht ins Jammern mancher meiner Altersgenossen einstimmen, die sich darüber beklagen, die heutige Jugend nehme alles zu leicht, verkomme gar zur Spassgesellschaft. Ich freue mich vielmehr darüber, dass zahlreiche junge Menschen sich ihres Lebens erfreuen und dabei gleichzeitig nicht selten beeindruckende Lebensläufe vorweisen können.

Nicht einverstanden bin ich auch mit jenen, die behaupten, «früher» hätte es die Jugend grundsätzlich schwerer gehabt. Wer mit offenen Augen die Entwicklung hierzulande verfolgt, stellt unschwer fest, dass auch heute viele junge Menschen kämpfen müssen – nicht zuletzt um eine gute Ausbildung. Die anhaltende Finanzschwäche der öffentlichen Hand auf allen Stufen führt zum Beispiel dazu, dass Begabungen bei Kindern und Jugendlichen heute deutlich weniger gefördert werden können, als dies etwa in den Hochkonjunkturzeiten der 70er und 80er Jahre der Fall war.

Umso mehr bin ich beeindruckt, mit welcher Ernsthaftigkeit junge, besonders begabte Menschen ihre beruflichen oder sportlichen Ziele verfolgen. Meine Gespräche, die ich am Sitz unserer Geschäftsstelle in Zürich mit einigen Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern und deren Eltern führen konnte, zeigen mir, mit welch oft unglaublich hohem zeitlichen Einsatz sich diese jungen Menschen ihrer Aus- und Weiterbildung verschrieben haben. Junge Sportler, die neben dem Besuch des Gymnasiums fast täglich mehrere Stunden trainieren oder junge Künstlerinnen, die ebenfalls mit einem enormen zeitlichen Aufwand Schule und ihre künstlerische Ausbildung koordinieren. Sie alle sind davon beseelt, Spitzenleistungen zu erzielen.

Dass wir in diesen Fällen mit unserer Unterstützung dazu beitragen können, hoch gesteckte Ziele zu erreichen, finde ich ausserordentlich erfreulich. Mein Dank richtet sich darum einmal mehr an die Mitarbeitenden unserer Geschäftsstelle, aber natürlich auch an meine Kolleginnen und Kollegen im Stiftungsrat, die es mit ihrer Arbeit ermöglichen, dass unsere Stiftung im so wichtigen Bereich der Begabtenförderung Wesentliches leisten kann.

Fritz Gerber
Ehrenpräsident des Stiftungsrates

Leistungsbericht 2005
Dient die Begabtenförderung auch der Wirtschaft?
Auszüge aus Dankschreiben
Abschied von Ulrico Hess

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